Bild.Macht.Reformation

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Die Reformation als Medienrevolution

Man könnte Glauben nur gerecht werden, wenn man „davon singet und sagt, klinget und predigt, schreibt und lieset, malt und zeichnet“. So beschrieb der Reformator Martin Luther den alle Sinne berührenden Anspruch an der Religion. So hatte die Reformation, neben den politischen und gesellschaftlich Veränderungen, die sie auslöste, Auswirkungen auf Musik, Kunst, Literatur und Sprache. In einer Vortragsreihe unter dem Titel „Bild.Macht.Reformation. Die Reformation als Medienrevolution“ beleuchten Historiker und Kunsthistoriker die Hintergründe und Perspektiven der „Medienrevolution“ Reformation.

Cranach - Luther - Kurfürst Johann Friedrich: Medien im Dienst von Politik und Religion

Foto: Lutz Ebhardt
Foto: Lutz Ebhardt

10. November, 19 Uhr, Lichthof des Städtischen Museums Braunschweig:

Während der Reformation spielte die Bildpropaganda sowohl in politischen wie religiösen Fragen eine entscheidende Rolle. Mit Lucas Cranach stand sowohl dem Fürstenhaus der Wettiner wie Martin Luther eine hervorragende Künstlerpersönlichkeit zur Seite, die es wie keine zweite in dieser Zeit verstand, eine wirkungsvolle Bildsprache zu entwickeln und umzusetzen.

Im Anschluss an den Vortrag sind alle Gäste zu einem Stehempfang geladen und 13 Tänzerinnen und Tänzern präsentieren die Performance ›Theses‹. Diese wurde anlässlich des Reformationsjubiläums durch die Choreografin Sylvia Heyden erarbeitet.

Referent: Prof. Dr. Martin Eberle, Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

Biografie Prof. Dr. Eberle (pdf; 0,01 MB)


Am Anfang war das Wort. Bildverehrung, Bildkritik und Bilderstreit im Christentum

14. November, 19 Uhr, Lichthof des Städtischen Museums Braunschweig:

Beinahe von Anfang an wurde im Christentum darüber gestritten, ob man Kirchen mit Bildern ausschmücken und sogar Gott selbst abbilden darf. In der Reformationszeit wurde auch über die Bilderfrage neu diskutiert – und gestritten. Der Vortrag informiert über dieses für die Reformationsgeschichte wichtige, aber auch für den christlich-jüdischen und christlich-islamischen Dialog heute relevante Thema und macht mit den Argumenten der Bilderfreunde und der Bildergegner bekannt.

Referent: Prof. Dr. Martin H. Jung, Institut für Evangelische Theologie/Historische Theologie der Universität Osnabrück

Biografie Prof. Dr. Jung (pdf; 0,07 MB)


Lucas Cranach und der Kunstmarkt der Reformationszeit

21. November, 19 Uhr, Lichthof des Städtischen Museums Braunschweig:

Lucas Cranach und der Kunstmarkt der Reformationszeit. Die Klage der Künstler über die Folgen der Reformation war unüberhörbar und Abwanderungen bzw. der Wechsel des Berufes prägten die Umbruchszeit. Aber ebenso auch eine zukunftsweisende thematische Neuausrichtung der Künstlerwerkstätten. Dafür soll Lucas Cranach des Älteren in Wittenberg angeführt werden.

Referent: Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke, Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Trier

Biografie Prof. Dr. Dr. Tacke (pdf; 0,06 MB)


Luther als Dolmetscher. Die "Biblia Deutsch" im Kontext ihrer Zeit

22. November, 19 Uhr, Lichthof des Städtischen Museums Braunschweig:

Man muss dem Volk auf’s Maul schauen, wenn man Deutsch schreiben will, davon war Luther überzeugt. Damit seine Bibelübersetzung gut zu verstehen war, orientierte er sich an der deutschen Mündlichkeit, nicht an lateinischer Schriftlichkeit. Der Vortrag fragt nach Luthers Selbstverständnis als Übersetzer und verortet die „Biblia Deutsch“ im Kontext ihrer Zeit.

Referentin: Prof. Dr. Regina Toepfer, Institut für Germanistik der Technischen Universität Braunschweig

Biografie Prof. Dr. Toepfer (pdf; 0,06 MB)


Zerstörerische Bildkritik. Die Rethener Kreuzigungsgruppe von Levin Storch und der reformatorische Bildersturm

Barbara Bergau

27. November, 19 Uhr, Dornse des Altstadtrathauses Braunschweig:

Der Holzschnitzer Levin Storch schuf den Katharinenapostel (heute im Städtischen Museum Braunschweig) und die Kreuzigungsgruppe für die Rethener Kirche. Doch wer war er eigentlich, was weiß man über ihn? Und stehen die Zerstörungen der Rethener Skulpuren in einem Zusammenhang mit dem Bildersturm der Reformationszeit?

Referentin: Frau Barbara Bergau, Mitarbeiterin im Historischen Museum Schloss Gifhorn

Die Gemälde Lucas Cranachs und sein Umkreis

29. November, 19 Uhr, Herzog Anton Ulrich-Museum:

Aus der bedeutendsten Gemäldewerkstatt der Reformationszeit, der der Familie Cranach, besitzt das Herzog Anton Ulrich-Museum herausragende Porträts und ein Historienbild, die hier im Kontext anderer Porträts vorgestellt werden.

Referent: Prof. Dr. Jochen Luckhardt, Direktor des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig

Die Teilnehmerzahl für diesen Vortrag ist begrenzt, daher wird um Anmeldung unter 0531 – 470 4801 oder kulturinstitut@braunschweig.de bis zum 22. November gebeten.

 

Biografie Prof. Dr. Luckhardt (pdf; 0,00 MB)