Kunstobjekt "Tetzel-Kiste"

24.08. bis 31.10.2017

 (© Stadt Braunschweig)
(© Stadt Braunschweig)

Die Tetzel-Kiste, ein Projekt im Rahmen des Jubiläumsjahres der Reformation. Der Graffiti-Künstler Olf Lupin verwandelte ein Überseecontainer in die große begehbare Tetzel-Kiste.

 

 

 

 

Letzter Termin der Tetzel-Kiste:
Veranstaltungsprogramm am Reformationstag am Dienstag, den 31. Oktober 2017 auf dem Domplatz.

Anlässlich des Reformationstages wird das Kunstobjekt „Tetzel-Kiste“ noch einmal von den Stadtfindern am Dienstag, den 31. Oktober auf dem Domplatz am Dom St. Blasii präsentiert. Diesmal sind die junge Braunschweiger Jazz-Band "Anselm Tlusty Trio" und Tires Grill & Feinkost gemeinsam mit der Mad Dukes Brewery Wolfenbüttel dabei.

Ab 16 Uhr serviert Nourdin Tires seine wunderbaren Enten-Confit-Burger mit rotem Zwiebelchutney, Rucola, frittierter Entenhaut und verschiedenen Käse als Topping sowie Kürbissuppe mit Kokosmilch. Dazu gibt es La Mortuacienne-Limonade aus Frankreich. Die Mad Dukes steuern ihr hausgebrautes IPA Craft Beer dazu.

Um 17 Uhr tritt das Anselm Tlusty Trio auf: Das Anselm Tlusty Trio bewegt sich unaufhaltsam zwischen den Genregrenzen der Jazzmusik. Vom Pathos getragene, impressionistisch anmutende Harmoniefolgen, gleichauf mit Dampfhammer-ähnlichen Rhythmusketten, werden genauso wie herkömmliche up-time-swing Sequenzen in das sogartige Live-Erlebnis eingefügt. Die drei gebürtigen Braunschweiger Tino Ribeiro (Bass), Jakob Müller (Schlagzeug) und Nick Leonard Tlusty (Klavier) sind ein echter Geheimtipp, nicht nur für Jazzbegeisterte.

Alle Veranstaltungen der Tetzel-Kiste sind kostenlos.

 

Zum Projekt:

„Das Projekt Tetzel-Kiste ist eine Ergänzung des umfangreichen Veranstaltungsprogramms im Reformationsjahr. Als ‚Blow Up‘ der symbolischen Ablasskiste erfolgt hier zudem eine sinnliche, künstlerische und moderne Annäherung an das historische Thema, was hoffentlich für ein zusätzliches Interesse am Reformationsjahr sorgt“, sagt Dr. Anja Hesse, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig.

Vorbild für das Projekt ist der Tetzelkasten, eine Ablasstruhe des Predigers Johann Tetzel (um 1460 bis 1519), in der er die Ablassgelder verwahrte. Eine solche Ablasstruhe, aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammend, befindet sich heute im Bestand des Städtischen Museums Braunschweig. Die Ablasstruhe, markantes Symbol im Kontext der Reformation, ist ein bedeutendes Exponat des Museums, das im vergangenen Jahr zu einer Luther-Ausstellung über den Atlantik bis nach New York City verliehen wurde. Tetzels Ablasspredigten waren maßgeblicher Anlass für Luthers 95 Thesen, in denen er den Handel mit Ablassbriefen kritisierte.

Die aktuelle Tetzel-Kiste greift als Reminiszenz dieses historische Objekt auf und überführt es in die Gegenwart. Dazu wird der Innenraum der begehbaren Kiste im modernen Design als offener Informations- und Kommunikationsort dienen. Es entsteht eine Bar, die von wechselnden Braunschweiger Gastronomen bewirtschaftet wird, und eine kleine Bühne. Ziel des Projektes ist es, einen Prozess des Nachdenkens über die Reformation bis in die Gegenwart zu initiieren und einen Ort der Begegnung zu schaffen, der die Besucher dazu animiert, sich über das Thema Reformation auszutauschen. Dabei wird auch die Frage „Gibt es heutzutage noch eine Art Ablasshandel, oder was berührt heute unser Gewissen?“ im Rahmen einer Befragung untersucht.

Bis zum Reformationsfest am 31. Oktober auf dem Burgplatz wird ein vielfältiges Programm in und um die neuartige Veranstaltungsstätte an sechs zentralen Orten in Braunschweig stattfinden. Die unterschiedlichen Standorte der Tetzel-Kiste dienen dazu, dass Thema einem breiten Publikum zu kommunizieren. Bespielt wird die Tetzel-Kiste durch das Kultur-Netzwerk „Die Stadtfinder“ und die beteiligten Kirchgemeinden.

 

Fotostrecke (8 Bilder)

die Stadtfinder Christian Cordes, Sara Ibendahl und Jan Engelken, Dr. Ulf Hilger vom Kulturinstitut und der Grafitti-Künstler Olf Lupin
Tetzel-Kiste, Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen (© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)
(© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)
 (© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)
(© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)
 (© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)
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(Foto: Daniela Nielsen)