Sehenswürdigkeiten

Bürgerpark

Portikus im Bürgerpark (Foto: Archiv Löffelsend)

Der Promenadeninspektors Friedrich Kreiß schuf ab 1886 einen Park in der ehemals morastigen Okeraue. Es entstand ein repräsentativer Landschaftsgarten mit Teichen, Spielanlagen und Staffagebauten, wie den 1896 aufgestellten Säulenportikus der ehemaligen Augusttorkaserne.

1890 erhielt der Bürgerpark seinen Namen. Ein nach Kreiß benannter Aussichtsberg, der aus Hausmüll und Bauschutt aufgeschüttete „Scherbelberg" ist seit 1927 die höchste Erhebung nahe der Innenstadt. Heute bildet der Bürgerpark zusammen mit dem Kiryat-Tiron-Park (früher: Bahnhofspark) eine Einheit. Das an der Oker gelegene, ehemalige Freizeit- und Bildungszentrum wurde 2009 abgerissen. Die geplante Hotelanlage, das Steigenberger Parkhotel - ein 4-Sterne-Superior-Hotel - wurde am 23. August 2013 eröffnet.

Villa Rimpau

Rimpaus Villa (Villa Knapp) (Foto: Karl-Heinz Löffelsend)

Vor dem ehemaligen Augusttor erwarb 1852 Peter Wilhelm Friedrich Ritter von Voigtländer ein Grundstück nebst Landhaus von Oberbaurat Liebau. Voigtländer ließ Um- und Anbauten vornehmen, ehe es nach seinem Tod an den Getreidekaufmann August Rimpau verkauft wurde. Dieser ließ nach Plänen von Konstantin Uhde 1881 für seinen Sohn, den Kaufmann Arnold Rimpau, einen Villenneubau errichten. Der wuchtige, zweigeschossige Sandsteinquaderbau ist mit einer symmetrischen Renaissancefassade versehen, dem eine repräsentative Auffahrt vorgelagert ist. Das breite Gebälk im Kranzgesims und eine mit Kreisornamenten durchbrochene Attika unterstreichen die Massigkeit der Architektur.

Die runde, erhalten gebliebene Eingangshalle der Villa bezieht das Obergeschoss mit ein. Dekorative Akzente setzen ein mit Löwenköpfen verzierter Kamin und die malerische Ausgestaltung der Unterseite des Rundgangs im Obergeschoss, sowie dessen Brüstung und das Treppengeländer. Sie geben diesem Bürgerhaus fast ein fürstliches Gepräge.

 Zwischen 1930 und 1945 war die Villa Rimpau Sitz der Kreisverwaltung der NSDAP, nachdem das Haus 1930 an die Braunschweigische Lebensversicherungsbank verkauft worden war. Das „Adolf-Hitler-Haus“ wurde 1945 vom Deutschen Gewerkschaftsbund übernommen. 1952 bis 2006 zog das Sozialgericht ein. In dieser Zeit wurden sowohl der Park als auch die Inneneinrichtung des Hauses restauriert.

2006 verkaufte das Land Niedersachsen die repräsentative Villa samt Garten an den Braunschweiger Unternehmer Friedrich Knapp. Dieser ließ das Gebäude aufwändig sanieren und in einem Zeitraum von mehr als drei Jahren umfangreich umbauen. Das denkmalgeschützte Ensemble kann leider seit dieser Zeit nicht mehr betreten werden. Nachdem im Juni 2010 der letzte Bauzaun fiel, kann das Gebäude aber in neuer Pracht wieder von der Wolfenbütteler Straße bewundert werden. Der zur Villa gehörige Garten wurde durch Ankauf eines städtischen Grundstücks fast bis zur Oker vergrößert.

Villa Hörstel

Villa Hörstel (Städt. Musikschule) (Foto: Karl-Heinz Löffelsend)

Die 1835 von Friedrich Maria Krahe, dem Sohn von Peter Joseph Krahe,  errichtete Villa im Stil der englischen Neogotik dient heute der Unterbringung der Städtischen Musikschule. Der Kaufmann Diedrich Wilhelm Krause ließ das Gebäude für seine Adoptivtochter Alwine Banse im damals „anglogermanischen Styl" direkt am Augustplatz erbauen.

Haus Salve Hospes

Haus Salve Hospes (Städtischer Bilddienst)

Der Stadtbaumeister Peter Joseph Krahe begann 1805 mit der Errichtung der Villa Salve Hospes. Erst 1808 wurde der Bau für den Kaufmann Diedrich Wilhelm Krause beendet. Es war ein zweischossiges Gebäude mit einer doppelläufigen Freitreppe entstanden. Neben dem von hohen Säulen eingerahmten Portal halten jeweils 2 gegeneinander sitzende Greifen gläserne Kandelaber.

1845 erbte Krauses Adoptivtochter Johanne Sand, die den Offizier Hermann Hollandt geheiratet hatte, das Haus und den umliegenden Park. Es entstand der Name "Hollandts Garten".

Die Villa befindet sich seit 1927 im Besitz der Stadt und beherbergt heute den Kunstverein, der hier seine Ausstellungen durchführt.

Der Löwenwall

Löwenwall (Städtischer Bilddienst)

Der Löwenwall hieß bis 1904 „Monumentplatz" und war Teil der Augusttorpromenade. Er entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf ehemaligen Festungsanlagen  als ovaler Rasenplatz, der von einer Doppelreihe Kastanienbäume umrahmt wurde.

1823 weihte man den von Braunschweiger Bürgern gestifteten Obelisken mit 2 Springbrunnen und den 4 Löwen ein. Das 22 Meter hohe Monument wurde in Zorge/Harz gegossen und zu Ehren der im Kampf gegen Napoleon gefallenen Herzöge Karl Wilhelm Ferdinand und Friedrich Wilhelm aufgestellt. Ihre Reiterstandbilder, die sich seit den 1960er Jahren ebenfalls hier befanden, stehen seit 2008 wieder auf dem Schlossplatz.

Die direkt am Löwenwall gelegene Bootsstation verlegte man 1960 beim Neubau der Kurt-Schumacher-Straße auf die Seite des Windmühlenbergs, südlich des Löwenwalls.

Städtisches Museum

Städtisches Museum (Städtischer Bilddienst)

Das bereits 1865 eröffnete Museum erhielt 1906 ein eigenes Gebäude (Architekt Max Osterloh) am Löwenwall, feierte also 2006 sein 100-Jähriges Bestehen.

Das Städtische Museum besitzt zahlreiche interessante Zeugnisse der Stadtgeschichte.

 

Gerloffsche Villa

Villa Gerloff (Haus der Stiftungen) (Foto: Karl-Heinz Löffelsend)

1888/89 errichtete der Zuckergroßhändler Louis Gerloff am Löwenwall eine repräsentative Villa. Das gründerzeitliche Gebäude entwarfen die Architekten Fröhlich und Baumkauff im Stil der italienischen Renaissance. Das damals im städtischen Besitz befindliche Haus wurde 1983 umgebaut und nahm die Formsammlung des Städtischen Museums auf. Seit 2006 beherbergt die Villa die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Stiftung Nord-LB/Öffentliche und die Bürgerstiftung Braunschweig. Das neue „Haus der Stiftungen" hat einen zentralen und angemessenen Platz für die Kulturpflege gefunden.

Adolfstraße 45 - ehemaliges Gerstäcker-Wohnhaus

Adolfstraße 45 (Archiv Löffelsend)

Der bekannte Reiseschriftsteller Friedrich Gerstäcker wohnte hier von 1869 bis zu seinem Tod im Jahr 1872. Gerstäcker, der bereits in seiner Jugend in Braunschweig lebte, schrieb u.a. "Die Regulatoren von Arkansas" und "Die Flusspiraten des Mississippi". Zu seinen Ehren vergibt die Stadt Braunschweig alle 2 Jahre den "Friedrich-Gerstäcker-Preis", den ältesten Jugendbuchpreis Deutschlands.

Lachmannstraße 3

Lachmannstraße 3 (Archiv Löffelsend)

Auf dem Hof des Hauses findet sich ein schönes Beispiel einer Gartenlaube aus der Zeit um 1900.

Magni- und Domfriedhof

Magnifriedhof  (Archiv Löffelsend)

Die beiden im 18. Jahrhundert gegründeten Friedhöfe sind inzwischen ein grünes Kleinod mitten in der Stadt. Besonders während der Blausternblüte im Frühjahr finden sich viele Besucher zwischen Ottmerstraße und Gerstäckerstraße ein.

Ihre letzte Ruhestätte fanden hier viele namhafte Braunschweiger Bürger: unter anderem Gotthold Ephraim Lessing, Peter Joseph Krahe, Joachim Heinrich Campe, Friedrich Vieweg, Carl Theodor Ottmer.

Schill-Denkmal und KZ-Gedenkstätte

Schill - Denkmal und KZ - Gedenkstätte (Archiv Löffelsend)

1837 entstand das Denkmal für die gegen Napoleon kämpfenden Freiheitskämpfer unter ihrem Kommandeur Ferdinand von Schill.

1944 entstand hier gegenüber dem heutigen Versorgungsamt ein KZ für Häftlinge, die im nahegelegenen Büssingwerk arbeiten mussten. Seit 1996 wird neben dem Schill-Denkmal in einem "Offenen Archiv" dieser Menschen gedacht.

Stadthalle am Leonhardplatz

Stadthalle (Archiv Löffelsend)

Die Stadthalle wurde am 04.09.1965 auf dem ehemaligen Leonhardplatz eröffnet. Die Mehrzweckhalle bietet im großen Saal Platz für 2200 Besucher, die besonders für Musikveranstaltungen genutzt werden.

Raabe-Haus

Raabe-Haus (Archiv Löffelsend)

In der Leonhardstraße 29a befindet sich in der letzten Wohnung des Dichters Wilhelm Raabe ( "Der Hungerpastor", "Pfisters Mühle") eine Gedächtnisstätte. Raabes Arbeitszimmer ist nahezu originalgetreu wieder hergestellt.

Seit 1936 wird in jedem dritten Jahr einem lebenden Schriftsteller deutscher Sprache der "Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig" verliehen.

St. Leonhard-Kapelle

St. Leonhard (Archiv Löffelsend)

Die Kapelle wurde Anfang des 13. Jahrhunderts im romanischen Stil erbaut. Sie gehörte ursprünglich zu einem Aussätzigenhospital.

Seit 1946 hat die "Christengemeinschaft" die Kirche gemietet und hergerichtet.

St. Johannis - Kirche

St. Johanniskirche (Archiv Löffelsend)

Die ev.-luth. St. Johanniskirche wurde von 1901 bis 1905 von Stadtbaurat Ludwig Winter im neugotischen Stil errichtet. Sie wurde im 2. Weltkrieg teilweise zerstört und  mit verändertem Turm und flacherem Dach wieder aufgebaut. 1973 und 1986 wurde auch der Innenraum renoviert. Die romantische Orgel wurde im Jahr 2013 auf den neuesten Stand gebracht.

Helmstedter Straße 135

Helmstedter Straße 135 (Archiv Löffelsend)

Schönes Eckgebäude an der St. Johanniskirche mit Stilelementen der Renaissance, dessen Fachwerkfassade jedoch einer dringenden Renovierung bedarf. Wilhelm Michels errichtete das Haus 1886 mit einer Restauration und einem Ladengeschäft.

Marienstift

Marienstift (Marienstift)

1883 feierte man an der Helmstedter Straße die Einweihung des Mutterhauses und des Krankenhauses, das seit 1870 an der Wolfenbütteler Straße bestand. 1902 kam das Altenheim Bethanien hinzu. Das als Diakonissen-anstalt gegründete Marienstift hat sich auf die veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und der Altenpflege gut eingestellt.

Kapelle des Hauptfriedhofs

Kapelle des Hauptfriedhofes (Foto: Karl-Heinz Löffelsend)

1887 wurde der neue Hauptfriedhof an der Helmstedter Straße eingeweiht. Die gesamte Anlage wurde von Stadtbaurat Ludwig Winter entworfen, die neugotische Friedhofskapelle bildet dabei den Mittelpunkt.

Die im "englischen" Stil gehaltenen Gartenanlagen wurden vom herzoglichen Hofgärtner Gustav Burmester und seinem Sohn Franz entworfen. Der Gärtner Wilhelm Heumann war für die gärtnerische Umsetzung verantwortlich.

Der Jüdische Friedhof

Jüdische Friedhofskapelle (Foto: Karl-Heinz Löffelsend)

Im Zuge der Erweiterungen des Hauptfriedhofes entstand ab 1908 der separate israelitische Friedhof. Die Kapelle wurde 1910 mit Unterstützung des jüdischen Industriellen Max Jüdel errichtet. Nach der Plünderung während des Nationalsozialismus wurde der Bau 1981 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder zugänglich gemacht.

Die Katholische Friedhofskapelle (Friedenskapelle)

Alte Katholische Friedhofskapelle - Friedenskapelle (Foto: Karl-Heinz Löffelsend)

Die 1901 als schlichter Ziegelbau errichtete und seit 1973 leerstehende alte Kapelle auf dem Katholischen Friedhof wird seit 1998 als Ausstellungsort  und Gedenkstätte für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft genutzt. 2001 wurde die Kirche nach Sanierung und Umgestaltung als „Friedenskapelle" eingeweiht und steht seitdem für Ausstellungen und als Diskussionsforum zur Verfügung.

Der Trägerverein hat inzwischen auch einen „Friedenspfad", der vom Ausländerfriedhof über die Ehrenfriedhöfe und den Stadtfriedhof zum Jüdischen Friedhof führt, entwickelt.