Beteiligungsprozess zum Schulentwicklungsplan

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Braunschweig, 19. Mai 2017 Stadt Braunschweig, Pressestelle

Beteiligungsprozess zum Schulentwicklungsplan

Die Verwaltung hat einen Beschlussvorschlag zur weiteren Vorgehensweise bei der Erstellung des Schulentwicklungsplans für die allgemein bildenden Schulen (SEP) vorgelegt. Dieser sieht einen umfangreichen und intensiven Beteiligungsprozess vor. Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke erläuterte den Vorschlag, der am 23. Mai im Schulausschuss beraten wird, bevor der Rat am 20. Juni entscheidet, in einem Pressegespräch.

„Mit der Schulentwicklungsplanung soll die Braunschweiger Schullandschaft für die Zukunft fit gemacht werden. Hierzu wollen wir in den wichtigen Fragestellungen in einen offenen Dialog mit den Lehrerinnen und Lehrern, den Schülerinnen und Schülern, den Eltern, der interessierten Öffentlichkeit, mit den Ratsfraktionen und auch mit dem Land Niedersachsen treten“, sagt Dr. Hanke. „Noch vor den Sommerferien soll der Auftakt mit mehreren Informationsveranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen erfolgen. Nach den Ferien soll der Prozess intensiviert werden, indem öffentliche Veranstaltungen zu thematischen Schwerpunkten des SEP an verschiedenen Orten in Braunschweig durchgeführt werden, in denen sich Akteure der Bildungslandschaft und andere Interessierte auch einbringen können.“

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Dialog mit den Eltern. „Eltern und Erziehungsberechtigte sind die Expertinnen und Experten für das Gelingen des schulischen Werdegangs ihrer Kinder. Wir nehmen die Meinung der Eltern ernst und versuchen, die Anregungen bei unseren Planungen zu berücksichtigen“, betont die Schuldezernentin. Ende letzten Jahres hatte die Verwaltung bereits eine Elternbefragung in den 3. und 4. Klassen durchgeführt, um Rückmeldungen zu den Themen Übergang auf die weiterführenden Schulen, Ganztagsschulen und Inklusion zu erhalten. Die Ergebnisse der Datenauswertung sollen ebenfalls in den SEP einfließen.

Um die Zusammenarbeit mit den politischen Gremien noch enger zu gestalten, beabsichtigt die Verwaltung, eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Fachverwaltung mit Vertreterinnen und Vertretern der Ratsfraktionen einzurichten. „Sowohl in dieser Arbeitsgruppe als auch bei den Informationsveranstaltungen und Beteiligungsformaten wird es genügend Gesprächsstoff geben“, so Dr. Hanke. „Einen Ausblick bietet der Themenkatalog, der der Beschlussvorlage beigefügt wird und in den nächsten Monaten öffentlich diskutiert werden soll, um in einen Ratsbeschluss am 7. November 2017 zu münden.“

Im Themenkatalog sind mehrere Schwerpunkte skizziert, zu denen die Verwaltung Handlungsempfehlungen erarbeiten will. Die Dezernentin verdeutlicht diese Aufgabe: „Wir rechnen für die Stadt Braunschweig künftig mit steigenden Schülerzahlen bei den Grundschulen. Im Primarbereich gibt es an einigen Standorten besondere Herausforderungen aufgrund der Baugebietsentwicklung, so dass mehr Schülerinnen und Schüler beschult werden müssen. Wir wollen verschiedene Lösungsmöglichkeiten prüfen. Zudem ist es das Ziel, alle Grundschulen nach zu definierenden Standards in Ganztagsgrundschulen umzuwandeln und dafür die entsprechenden räumlichen Voraussetzungen zu schaffen.“

Mittelfristig steigen die Schülerzahlen bei den weiterführenden Schulen ebenfalls. Dies hat die Schülerzahlprognose auf Basis der städtischen Bevölkerungsvorausrechnung ergeben. Die Schuldezernentin: „Im Sekundarbereich gehen wir von deutlich steigenden Schülerzahlen bis 2030 aus. Die Anmeldezahlen an den Gymnasien und an den Integrierten Gesamtschulen zeigen uns ebenso wie die Ergebnisse der Elternbefragung, dass nach diesen beiden Schulformen eine ungebrochen hohe Nachfrage besteht. Bei den Gymnasien kommt zudem die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren hinzu, was zur Folge hat, dass ab dem Schuljahr 2020/2021 dauerhaft ein weiterer Jahrgang beschult werden muss.“

Die Verwaltung will dies in Szenarien zur Entwicklung der Gymnasien und zur 6. Integrierten Gesamtschule untersuchen und anschließend Lösungsvorschläge aufzeigen. Hierbei sollen auch mögliche Auswirkungen auf die anderen Schulformen berücksichtigt werden.

Wenn der Rat dem Schulentwicklungsplan im November zustimmt, ist zunächst der Rahmen definiert, in dem konkrete Maßnahmen für die nächsten Jahre festgelegt und umgesetzt werden. Dr. Hanke: „In den vergangenen Jahren haben wir bereits umfängliche Grundlagen wie die Strategischen Ziele einer integrierten Jugendhilfe und Schulentwicklungsplanung, eine Bestandsaufnahme, eine Schülerzahlprognose, Entwürfe zu Szenarien und erste Beschlussvorlagen für den SEP erarbeitet. Auch nach Bearbeitung des vorgeschlagenen Themenkatalogs wird uns die Schulentwicklungsplanung dauerhaft beschäftigen mit dem Ziel, das städtische Schulangebot an neue Entwicklungen anzupassen und kontinuierlich qualitativ zu verbessern.“



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