Verkehrsgutachten zum Hagenmarkt

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Braunschweig, 07. Mai 2019 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Verkehrsgutachten zum Hagenmarkt

Verkehrssimulation Hagenmarkt (Quelle: Schlothauer & Wauer)
Verkehrssimulation Hagenmarkt
(Quelle: Schlothauer & Wauer)

Der Hagenmarkt würde als Verkehrsknotenpunkt auch mit Reduzierung der Fahrbahnen funktionieren und dies würde die Verkehrsabläufe sogar verbessern – das ist Ergebnis eines Gutachtens, das heute im Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt wurde. Damit liegt ein wichtiger Baustein für die künftigen Überlegungen zur Neugestaltung des Hagenmarktes vor.

Bei den beiden Veranstaltungen zur Umgestaltung des Hagenmarktes, die im vergangenen Jahr stattgefunden haben, standen verkehrliche Themen im Vordergrund. Das beauftragte Büro Ackers Partner Städtebau hatte zu dem Workshop im Juni 2018 einen „Zielplan Verkehr“ vorgelegt, der Fahrbahnreduktionen an insgesamt fünf Stellen vorsieht, darunter einspurige Verkehrsführungen auf der Nord-Süd-Richtung und in den Ost-West- bzw. West-Ost-Geradeausrelationen. Eine deutliche Mehrheit der Workshop-Teilnehmer sprach sich damals für eine Umsetzung dieses Vorschlages aus. Von einzelnen Personen gab es jedoch auch kritische Stimmen, eine gleichbleibend gute Erreichbarkeit der Innenstadt wurde angemahnt.

Bei der im vergangenen Jahr vorgelegten Variantenuntersuchung war ein erstes, noch grobes Gutachten von WVI Prof. Dr. Wermuth Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH (WVI) Grundlage. Um den „Zielplan Verkehr“ vom Büro Ackers als eine realistische und umsetzbare Planungsoption weiterverfolgen zu können, war es aus Sicht der Bauverwaltung notwendig, eine exakte Simulation des Verkehrsgeschehens am Hagenmarkt unter realen Bedingungen vorzunehmen. Das Ergebnis dieser komplexen Untersuchung von WVI liegt nunmehr vor und wurde heute dem Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt.

Ergebnis und Bewertung des erweiterten WVI-Gutachtens

Für den Hagenmarkt wurde eine vollverkehrsabhängige Lichtsignalsteuerung konzipiert und anschließend diese Signalsteuerung unter dem prognostizierten Verkehr 2030 simuliert. Dabei hat die WVI den Gesamtverkehr detailliert betrachtet.

Grundlage war eine Planung für den Hagenmarkt, die eine weitgehende Verkehrsflächenreduzierung für den Autoverkehr auf Basis des vom Büro Ackers entwickelten „Zielplans Verkehr“ sowie den Verzicht auf den Linksabbieger aus der Casparistraße enthält. Weitere Rahmenbedingungen bestanden darin, die Bevorrechtigung der Stadtbahn aufrechtzuerhalten und notwendige Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr zu erreichen.

Nach einer Bewertung des WVI-Gutachtens durch die Verwaltung kann der Hagenmarkt als Verkehrsknotenpunkt auch mit den Fahrbahnreduzierungen funktionieren. Eine spezielle bedarfsgesteuerte Signalisierung ermöglicht dies. Wesentliche Ergebnisse des Gutachtens:

  • Die Erreichbarkeit der Innenstadt ist auch zukünftig nachweislich in derselben Qualität wie im Bestand möglich.
  • Der Verzicht auf den Linksabbieger aus der Casparistraße wirkt sich positiv auf die Gesamtleistungsfähigkeit aus, da eine eigene Signalphase entfällt.
  • Durch den Umbau wird unerwünschter Durchgangsverkehr in der Nord-Süd-Relation vom Bohlweg verdrängt und auf andere Hauptverkehrsstraßen verträglich verlagert.
  • Gegenüber dem heutigen Verkehrszustand tritt eine deutliche Verbesserung des Verkehrsablaufes ein.
  • Ein leistungsfähiger Verkehrsablauf ist für alle Verkehrsarten auch in den täglichen Spitzenstunden möglich.

Vertretern der Anlieger und des Arbeitsausschusses Innenstadt wurden die Ergebnisse schon vorab erläutert. Die Ergebnisse wurden überwiegend positiv aufgenommen.

In einem zweiten Workshop, der am Montag, 27. Mai, in den Räumen der Katharinengemeinde stattfindet, soll das WVI-Gutachten ebenfalls vorgestellt und diskutiert werden. Außerdem soll über mögliche temporäre Maßnahmen am Hagenmarkt diskutiert werden, da die Planung und Umsetzung sowie der dazugehörige Beteiligungsprozess einer Neugestaltung sicherlich noch einige Zeit beanspruchen wird.



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