Klinikum rüstet sich für die Zukunft

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Braunschweig, 04. Juni 2019 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Klinikum rüstet sich für die Zukunft

Baugrafik: Zustand nach Durchführung des Bauprojekts “Klinikum Salzdahlumer Straße – Umbau, Weiterbau, Neubau (Klinikum Braunschweig/ARGE HENN/ C.F. MØLLER)
Baugrafik: Zustand nach Durchführung des Bauprojekts “Klinikum Salzdahlumer Straße – Umbau, Weiterbau, Neubau
(Klinikum Braunschweig/ARGE HENN/ C.F. MØLLER)

Das Klinikum Braunschweig zählt mit seinen 1.475 vollstationären und 24 teilstationären Planbetten zu den größten Krankenhäusern Deutschlands. Zum Vergleich, ein deutsches Krankenhaus hat durchschnittlich 245 Betten, heißt es im deutschen Krankenhaus Verzeichnis. Mit 21 Kliniken, 10 selbstständigen klinischen Abteilungen und 7 Instituten wird nahezu das komplette Fächerspektrum der Medizin abgedeckt. Pro Jahr werden 65.000 Patienten stationär und rund 200.000 Patienten ambulant behandelt. 

Zukünftige Aufteilung der Klinikstandorte zum Vorteil für die Patientenversorgung
Die klinischen Leistungen erbringt das Klinikum aktuell verteilt an drei Standorten im Stadtgebiet von Braunschweig: Holwedestraße, Celler Straße und Salzdahlumer Straße. „Durch die Zusammenfassung von drei auf zwei Standorte und einer modernen Zentralklinik am größten Standort Salzdahlumer Straße wird es sehr viele Vorteile für die Versorgung von Patienten geben. Zeitgemäße Abläufe durch spezialisierte Zentren und kurze Wege mit deutlich weniger Transportkosten sind positive Aspekte. Mit den neuen Strukturen wird die Grundlage für die wirtschaftliche Handlungs- und Investitionsfähigkeit gebildet“, sagte Klinikums-Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert. Im Rahmen des Zwei-Standorte-Konzepts werden zugleich die zum Teil veraltete Infrastruktur und die Gebäudesubstanz des Klinikums auf modernen technischen und baulichen Standard gebracht.

Erster Stadtrat und Stadtkämmerer Christian A. Geiger und Klinikums-Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert bei der Vorstellung der nächsten Meilensteine des Zwei-Standorte-Konzepts.  (Foto: Klinikum Braunschweig/Peter Sierigk)
Erster Stadtrat und Stadtkämmerer Christian A. Geiger und Klinikums-Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert bei der Vorstellung der nächsten Meilensteine des Zwei-Standorte-Konzepts.
(Foto: Klinikum Braunschweig/Peter Sierigk)

Gemeinsam in die Zukunft – Kräftige Investitionen um die Patientenversorgung weiterhin zu verbessern 
In Abstimmung mit der Stadt Braunschweig beabsichtigt das Klinikum einen Kreditrahmen von 300 bis 400 Millionen Euro abzuschließen, um die weiteren Baumaßnahmen zu finanzieren. Der Kreditrahmen soll dem Klinikum einerseits Sicherheit (langfristiger Kredit, langfristige Zinsbindung), andererseits Flexibilität (bzgl. Tranchen und Zeitpunkten der Auszahlung) ermöglichen. „Das Klinikum steht vor großen Herausforderungen “, erklärte Erster Stadtrat Christian Geiger. Als Gesellschafterin des Klinikums werde die Stadt Braunschweig die Umsetzung des Zwei-Standorte-Konzepts weiter begleiten und unterstützen. So könnten städtische Bürgschaften für Teile der Kredite gegenüber den Kreditgebern hilfreich sein, um möglichst günstige Zinskonditionen zu erreichen, ggf. auch zur Sicherstellung der Finanzierung erforderlich werden. Die Verwaltung werde entsprechende Beschlussvorlagen für die Ratsgremien zu gegebener Zeit vorbereiten.

Krankenhausinvestitionen über öffentliche Fördermittel sind nicht ausreichend, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen Zum Jahresbeginn überreichte Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann einen Förderbescheid von weiteren 20 Millionen Euro. Bereits im Vorfeld wurden kleinere Maßnahmen durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung für die Baumaßnahmen an den beiden Standorten Salzdahlumer Straße und Celler Straße mit Fördermitteln in der Höhe von 43 Millionen Euro unterstützt. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für die derzeit laufenden Projekte, welche bereits erfolgreich abgeschlossen wurden. Insgesamt stellt das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung bis zur Umsetzung des „Zwei-Standorte-Konzeptes“ 221 Millionen Euro für das Klinikum Braunschweig zur Verfügung, wovon bis Ende 2018 bereits 105,4 Millionen Euro ausbezahlt wurden. Mit den zusätzlichen 20 Millionen Euro seit Jahresbeginn steigt diese Summe auf 125,4 Millionen Euro an.
Die Finanzierung der Krankenhausinvestitionen über öffentliche Fördermittel ist für viele Krankenhäuser nicht mehr ausreichend, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Laut Krankenhaus-Barometer 2018 des Deutschen Krankenhausinstituts stammen 44 Prozent der investiven Mittel der Krankenhäuser aus öffentlichen Fördermitteln. Hierzu zählen die Einzel- und Pauschalförderung, die in einigen Bundesländern verwendete Baupauschale sowie die Mittel für die Universitätskliniken. Nimmt man die Fördermittel aus dem Strukturfonds gemäß den §§ 12 bis 14 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes hinzu, so liegt der Anteil der aus öffentlichen Mitteln stammenden Investitionen der Krankenhäuser bei 45 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass über die Hälfte der von den Krankenhäusern eingesetzten investiven Mittel nicht aus öffentlichen Fördermitteln stammen. Den nicht geförderten Anteil der Investitionen müssen die Krankenhäuser anderweitig aufbringen. Die gesamte Krankenhausbranche ist derzeit durch eine angespannte Finanzsituation herausgefordert, die auch vor dem Klinikum Braunschweig nicht haltmacht. Das vergangene Jahr wurde mit einem Fehlbetrag abgeschlossen.

Künftige Lungenklinik am Klinikum Braunschweig  (Klinikum Braunschweig/Decker Architekturen & Ingenieure BDA)
Künftige Lungenklinik am Klinikum Braunschweig
(Klinikum Braunschweig/Decker Architekturen & Ingenieure BDA)

Meilensteine und bereits Realisierte Projekte aus dem Zwei-Standorte-Konzept
Die Baumaßnahmen zum Zwei-Standorte-Konzept haben 2006 begonnen und werden bis zum Jahr 2027 in mehreren Realisierungsabschnitten umgesetzt. 
Erreichte Meilensteine am Standort Celler Straße sind:

  • Neubau für die Frauenklinik inklusive Neonatologie und die Zentrale OP-Abteilung
  • Erweiterung und Sanierung der Medizinischen Klinik III (Hämatologie, Onkologie) und der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie
  • Umbau des Gebäudes der Frauenklinik für die Geriatrie
  • Umzug der Geriatrischen Klinik an den Standort Celler Straße


Erreichte Meilensteine am Standort Salzdahlumer Straße sind:

  • Erweiterung des Funktionstraktes zur Umsetzung der chirurgischen Zentren, das Gebäude ist 2011 fertig gestellt worden
  • Ausbau der zentralen OP-Abteilung
  • Einrichtung eines erweiterten interdisziplinären Notfall- und Aufnahmezentrums (Zentrale Notaufnahme) ist ebenfalls im neuen Funktionstrakt angesiedelt und wurde bereits 2011 fertig gestellt
  • Einrichtung einer Zentralsterilisation für alle Standorte
  • Neuer Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach
  • Errichtung des neuen Bettenhaus (Neubau Ost)
  • Start Bau Regiegebäude für neue Lungenklinik

Detaillierte Erläuterungen zum Zwei-Standorte-Konzept 
Beim Bau der Zentralklinik am Standort Salzdahlumer Straße ist ein etappenweiser Vorgang nötig, da diese am gleichen Standort errichtet wird, an dem sich bereits ein Krankenhaus befindet. Alle Baumaßnahmen erfolgen im laufenden Betrieb und müssen daher dauerhaft sichergestellt werden. Somit wird immer zuerst ein Neubau errichtet, damit Funktionsstellen aus Bestandsgebäuden in diesen Neubau übersiedeln können und die geräumten Bestandsgebäude rückgebaut werden können, damit der Bauplatz für den nächsten Neubau geschaffen werden kann.

Neubau Ost – Ambulanzzentrum, erstes neues Bettenhaus und erster Umzug von Kliniken aus der Holwedestraße an den Standort Salzdahlumer Straße
Im „Neubau Ost“ werden vor allem Ambulanzbereiche, klinische Zentren, wie das Rekonstruktionszentrum (Unfallchirurgie und Orthopädie sowie Plastische, Ästhetische und Handchirurgie) und das Kopfzentrum (Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde), Nephrologisches Shuntzentrum mit Rheumatologie und Akutdialyse, Anästhesiologie, ein Teil der Radiologie, Physiotherapie, Stationen der Allgemeinpflege mit ca. 350 Betten und der Intensivmedizin mit ca. 80 Betten untergebracht. Dieser erste Bauabschnitt wird voraussichtlich Mitte 2023 seinen Betrieb aufnehmen. Hiermit werden aus dem Standort Holwedestraße folgende Kliniken nach und nach in den Neubau überführt: Hals-, Nasen- und Ohrenklink, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie die Abteilung für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie.

Neubau Süd – Neuer Haupteingang und Auflösung des Standortes Holwedestraße mit Umzug der Kinderklinik
Der bestehende südliche Gebäudekomplex wird rückgebaut und durch den „Neubau Süd“ ersetzt. Durch die Inbetriebnahme dieses Gebäudes voraussichtlich Mitte 2026 können die letzten klinischen Funktionsstellen des Standortes Holwedestraße in die neue Zentralklinik überführt werden. Künftig werden in diesem Gebäude folgende Bereiche verortet: Klinische Zentren, wie das Pädiatrische Zentrum (Kinder- und Jugendmedizin, Kinderchirurgie, Sozialpädiatrisches Zentrum), Herz-Lungen-Zentrum (Herz-Thorax-Gefäßchirurgie, Kardiologie und Lungenheilkunde), Kopfzentrum (Neurologie und Neurochirurgie), die Nuklearmedizin, sowie Allgemeinpflegestationen mit ca. 234 Betten und Sonderstationen, wie Allgemeinpflege für Kinder mit ca. 50 Betten und Wahlleistungsstation mit ca. 96 Betten.



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