5,5 Millionen Euro für ein grüneres Braunschweig

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Braunschweig, 21. Dezember 2017

5,5 Millionen Euro für ein grüneres Braunschweig

Umweltminister Olaf Lies übergibt Oberbürgermeister Ulrich Markurth den Förderbescheid. (Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen / Weiterverbreitung nicht gestattet)
Umweltminister Olaf Lies übergibt Oberbürgermeister Ulrich Markurth den Förderbescheid.
(Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen / Weiterverbreitung nicht gestattet)

Die Stadt Braunschweig war mit zwei Förderanträgen erfolgreich: Grünes Licht gab es von Bund und Land für die Förderung von Projekten zum Klima- und Artenschutz. Die von der Stadt eingereichten Projekte mit einem Gesamtvolumen von über 5,5 Millionen Euro sollen zwischen 2018 und 2022 mit einer 80-prozentigen staatlichen Förderung umgesetzt werden(siehe Anlage).

Zum einen handelt es sich dabei um den Förderbescheid zum Biodiversitätsprogramm „Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt Braunschweig“ des Niedersächsischen Umweltministeriums mit einem Fördervolumen von circa 2,75 Millionen Euro. Zum anderen erhält die Stadt Bundesmittel in Höhe von etwa 1,9 Millionen Euro für den Förderantrag „Braunschweig - Integrierter Klimaschutz mit urbanem Grün - Makroklimatische Regulierung durch Pflanzen.“ Insgesamt steuert die Stadt selbst Eigenmittel in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro für beide Projekte dazu. Diese sind in den Haushalt ab 2018 eingeplant. Beteiligt an Planung und Umsetzung der Projekte ist neben dem federführenden Grünflächendezernat auch das Baudezernat.

„Das ist eine großartige Nachricht für Braunschweig und eine Riesenchance für das wichtige Thema Umweltschutz in unserer Stadt“, sagt Markurth. „Damit investieren wir in die Verbesserung und den nachhaltigen Ausbau der grünen Infrastruktur, in Klimaschutz mit urbanem Grün, in die Erhöhung der Artenvielfalt, die Schaffung neuer Lebensräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten sowie die Verbesserung der stadtökologischen Prozesse. Damit kann sich die urbane Umwelt- und Lebensqualität für alle Braunschweigerinnen und Braunschweiger deutlich erhöhen. Es geht ganz konkret um die Erhöhung der Artenvielfalt und um die Reduktion von Treibhausgasen.“



Den offiziellen Bescheid über die Fördermittel des Landes hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies persönlich am Donnerstag Oberbürgermeister Ulrich Markurth in Braunschweig überreicht.

Minister Lies sagte: „Mit unserem Sonderprogramm leisten wir einen Beitrag für mehr Natur in den Städten und erhöhen damit auch die Lebensqualität der Menschen. Insbesondere große Grünflächen, aber auch kleinflächigere oder punktuelle Siedlungsbiotope wie Dach- und Fassadenbegrünungen oder Bäume übernehmen vielfältige ökologische Funktionen. Neben der Bereitstellung von vielfältigen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Luftfilterung, zur Wasserrückhaltung, zur Lärmminderung und zur Abkühlung der versiegelten, wärmebelasteten Flächen. So helfen Programme wie diese, ein gutes Wohn- und Lebensklima für uns Menschen zu erreichen.“ Lies betonte, von den 15 vom Land geförderten Projekten sei das Braunschweiger eins der größten.



Mit den Fördermitteln des Landes zur Biodiversität in Höhe von circa 2,7 Millionen Euro für die biologische Artenvielfahrt sollen insgesamt acht thematische Module umgesetzt werden, unter anderem die Entwicklung von circa 100.000 m² artenreicher Wiesenflächen, Pflanzung von mehreren hundert Obstbäumen und Urban-Gardening-Projekte. Der Großteil der Module wird von Fachbereich Stadtgrün und Sport umgesetzt, eines vom Fachbereich Stadtplanung um Umweltschutz.

Wie Christian Geiger, Erster Stadtrat und zuständiger Dezernent für Stadtgrün erläuterte, erhält die Stadt zudem Bundesmittel aus einem weiteren staatlichen Förderprogramm. Für den Förderantrag „Braunschweig - Integrierter Klimaschutz mit urbanem Grün-Makroklimatische Regulierung durch Pflanzen“ wurden aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes soeben eine Zuwendung in Höhe von etwa 1,9 Millionen Euro bewilligt. Konkret geht es etwa um die Begrünung von Gebäuden und die Pflanzung mehrerer 100 Bäume sowie diverse weitere Maßnahmen.

Wesentlicher konzeptioneller Ansatz bei der Umsetzung des Projektes ist die Einbindung universitärer Einrichtungen (Institut für Geoökologie der TU Braunschweig), die das Monitoring für die umgesetzten Maßnahmen übernehmen sowie von Umweltverbänden. Es ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit geplant, um Modellhaftigkeit, überregionale Bedeutung und bundesweite Ausstrahlung dieses Klimaschutzprojektes zu kommunizieren.

OB Markurth freute sich über die hohen Fördersummen und –sätze der beiden Projekte: „Das ist eine Förderung in einem Ausmaß, das große Spielräume lässt, um Projekte wirklich umfassend in den nächsten Jahren anzugehen und um Großes für den Klimaschutz zu bewegen. Ich glaube, eine so große Summe ist auch im bundesweiten Vergleich sehr beachtlich. Mit einer staatlichen Aufstockung des Braunschweiger Eigenanteils auf die fünffache Summe setzen wir die begrenzten städtischen Mittel in maximal nutzbringender Weise für Mensch und Umwelt ein. Es ist toll, was uns hier gelungen ist.“


Anlage

Und das sind die Projekte, mit denen sich die Stadt beworben hat und die sie umsetzen will:


1.) Förderantrag „Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt Braunschweig“


Insgesamt sind für den Förderantrag 8 thematische Module mit 11 Maßnahmenpaketen zur Stärkung der Biodiversität in der Stadt Braunschweig erarbeitet worden.

- Modul I-Park- und Grünanlagen: Entwicklung von ca. 100.000 m² artenreicher Wiesenflächen und Anlage von rund 20.000 m² mehrjähriger Blühstreifen sowie 7.500 m² artenreicher Staudenmischpflanzungen und extensiver Ruderalfluren im gesamten Stadtgebiet

- Modul II-Auen: Pflanzung von 500 Kopfweiden im gesamten Stadtgebiet

- Modul III-Ungenutzte Flächen: Anlage von 6 Streuobstwiesen auf einer Gesamtfläche von ca. 18.000 m² in Verbindung mit der Pflanzung von 270 Obstbäumen (alte, erprobte Sorten) im gesamten Stadtgebiet. Obsternte durch Schulklassen und Kita-Gruppen

- Modul IV-Historische Parkanlagen: Entschlammung und Renaturierung des Südteiches und des Portikusteiches im historischen Bürgerpark

- Modul V-Kleingärten: Urban-Gardening- Aktivierung von 12 nicht genutzten Kleingartenparzellen in verschiedenen Kleingartenanlagen für gemeinschaftliches Gärtnern von interessierten gesellschaftlichen Gruppen/Familien etc.

- Modul VI-Schutzgebiete: Entschlammung und Entkusselung des Neuen Bleeks-Teiches im Naturschutzgebiet Riddagshausen



- Modul VII: Schul- und Bürgergartengarten: Anlage von Trockenmauern als Sonderbiotope



- Modul VIII-Artenschutz: Fledermausschutz- und Amphibienschutzmaßnahmen im gesamten Stadtgebiet sowie Entwicklung der Außenanlagen am Haus Entenfang im Naturschutzgebiet Riddagshausen



2.) Förderantrag Braunschweig – Integrierter Klimaschutz mit urbanem Grün – Makromatische Regulierung durch Pflanzen“

Im Rahmen des Gesamtprojektes sollen folgende Maßnahmen zur Schaffung und Entwicklung innerstädtischen Grüns umgesetzt werden:

- 7.000 m² horizontale Begrünung städtischer Gebäude (Dachbegrünung)



- 7.500 m² vertikale Begrünung städtischer Gebäude (Fassadenbegrünung)


- Aufstellung von zwei Mooswänden (City-Trees) außerhalb der Innenstadt

- Anlage von 15 Hektar Energiewald (Kurzumtriebsplantage) im Stadtgebiet

- Anlage von 1 Hektar Miscanthus-Plantage in Labyrinthform

- Pflanzung von 650 Bäumen in den Ortsteilen von Braunschweig

Die prognostizierte Bindung von Kohlendioxid und Ruß (Treibhausgassenkung) sowie die erzielbaren Einsparungen beim Kohlendioxid-, Methan- und Lachgasausstoß (Treibhausgaseinsparungen) betragen in der Summe rund 904 Tonnen Kohlendioxidäquivalente pro Jahr.



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