Bürgerworkshop zum Stadtbahnausbau

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Braunschweig, 05. Dezember 2017 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Bürgerworkshop zum Stadtbahnausbau

 (Foto: Verkehrs-GmbH)

Das Braunschweiger Stadtbahnnetz soll bis 2030 erheblich wachsen. Zu den bislang knapp 40 Kilometer Strecke sollen weitere 17 Kilometer hinzukommen. Der Planungsprozess für den Ausbau wurde im Jahr 2013 angeschoben und ist am Dienstagabend in eine neue Runde gegangen. Rund 130 Bürger informierten sich im Congress-Saal der Stadthalle über Details zu der Trassenführung nach Rautheim. Und nicht nur das: In Gruppen diskutierten die Interessierten die vorgeschlagenen Streckenoptionen und brachten eigene Ideen für die weitere Planungsphase ein.

In einer einleitenden Ansprache hatte Oberbürgermeister Ulrich Markurth den Besuchern dargestellt, warum das Großprojekt so wichtig ist. Nach dem Diesel-Skandal seien sich alle bedeutenden Parteien einig, dass der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs für Deutschland wichtig sei, so Markurth. In Braunschweig könnten rund 200 Millionen Euro investiert werden, wenn wir die Fördervoraussetzungen weiter erfüllen. Klaus Benscheidt, Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Verkehr, betonte anschließend, dass Braunschweigs Bevölkerung laut einer Studie bis 2030 um rund 15 000 Menschen auf dann 265 000 Einwohner wachsen werde. Parallel dazu werde auch das Fahrgastaufkommen in den öffentlichen Verkehrsmitteln ansteigen.

Dass die Anbindung Rautheims neben der Trasse nach Volkmarode als erstes realisiert werden soll, freut besonders den zuständigen Bezirksbürgermeister Jürgen Meeske. „Ich wünsche mir einen regen, aber fairen Dialog“, erklärte er. Nach den Begrüßungsworten von Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH, ging es in die Details: Von der Helmstedter Straße ausgehend stellten die Verkehrsplaner jeweils drei durch den Lindenberg und durch Rautheim führende Trassenvarianten vor (siehe Luftbilder Vorschläge für die Stadtbahntrassen).

 (Foto: Verkehrs-GmbH)

Vorschläge und Anregung der anwesenden Bürgerinnen und Bürger

Bereits im Anschluss an die Vorstellung der Vorschläge für die Stadtbahntrasse nutzten einige Bürger die Gelegenheit zu Nachfragen. Noch engagierter ging es kurz darauf an zehn Stelltafel-Stationen im Foyer zu. Jeweils ein Vertreter von Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH leitete eine Bürgergruppe durch einen Diskussionsprozess über die Vor- und Nachteile der vorgeschlagenen Trassenführungen.

Bei den möglichen Gleisstrecken durch die Lindenbergsiedlung stand in mehreren Gruppen die Variante 1 in der Kritik. Denn: Durch sie würde der Hauptfriedhof vom Stadtbahnnetz abgehängt werden. Insbesondere ältere Menschen seien dann gezwungen umzusteigen und das letzte Stück mit dem Bus zurückzulegen. Auf der anderen Seite stellten die Gruppen in ihrer Diskussion ein großes Plus der Varianten 1 und 2 heraus: Anders als Variante 3 führten diese Strecken an der vom Autoverkehr stark belasteten Rautheimer Straße vorbei. Zudem kämen die für die Realisierung der Trassen 1 und 2 nötigen Brückenbauten über Hauptgüterbahnhof-Gleise und A39 hinweg auch dem Radverkehr zugute. Dass bei den neuen Brücken der Radverkehr und Fußgänger berücksichtigt werden, war vielen Bürgern ein großes Anliegen.

Bei der Trassenführung durch Rautheim favorisierten die Bürger in den meisten Gruppen die Varianten A und B. Vor allem junge Familie aus den Neubaugebieten im Westen des Stadtteils würden auf diese Weise angebunden. Und weil die Äcker westlich von Rautheim für die Zukunft potenzielle Bauflächen seien, führten diese Streckenvarianten dann auch relativ zentral durch den Ort, so das Argument einiger Bürger. Auf der anderen Seite lehnten viele die Variante C ab. Die Straße Zum Ackerberg sei zu schmal für eine Stadtbahntrasse, die Radien seien zu eng. Zudem zerschneide eine Trasse das Dorf, Parkplätze fielen weg.

Auswertung der Anregungen bis zum zweiten Workshoptermin im Februar 2018

„Es hat eine lebhafte, konstruktive und immer sachliche Diskussion in den Gruppen stattgefunden“, lobte Karolin Thieleking vom beauftragten Planungsbüro KoRis den Beteiligungsprozess am Ende. Das Pro und Kontra sowie neue Ideen und Anregungen der Bürger würden nun ausgewertet, so Thieleking. Ein weiterer Bürgerworkshop zu der Trassenführung nach Rautheim ist für den 27. Februar 2018 vorgesehen.



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