August Hermann

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August Hermann

geb. 14.09.1835 • gest. 20.02.1906

Auf dem Grundstück Campestraße 7 stand das Wohnhaus, in dem der Turninspektor, Poet und Schriftsteller Friedrich August Wilhelm Theodor Hermann von 1878 bis 1905 lebte. August Hermann gilt als Braunschweigs „Turnvater“.

August Hermann, geboren und aufgewachsen in Lehre bei Braunschweig, war Bürgerschullehrer und arbeitete nach einer Zusatzausbildung in Dresden als Turnlehrer. Er warb u.a. mit der Schrift „Über die Notwendigkeit der Leibesübungen“, erschienen 1862, für das Turnen.

1869 wurde August Hermann Lehrer am Gymnasium Martino-Katharineum in Braunschweig. Gemeinsam mit seinem Kollegen Konrad Koch etablierte er Schulspiele als Ergänzung des Turnunterrichts. Zur Einführung des Fußballs in den Unterricht beschaffte August Hermann im Jahre 1874 aus England einen originalen Fußball. Unter der Leitung beider Lehrer trugen Schüler des Martino-Katharineums 1874 erstmals in Deutschland ein Fußballspiel aus.

1873 gründete er einen Eisbahnverein und rief 1875 die „Sedan-Wettkämpfe“ mit volkstümlichen Übungen für Schulen und Vereine ins Leben. 1887 wurde August Hermann zum Turninspektor ernannt. Seine Bemühungen fanden Anerkennung über Braunschweigs Grenzen hinaus: Er war Vorsitzender des Deutschen Turnlehrervereins und gehörte zum Vorstand des Zentralausschusses für Volks- und Jugendspiele in Deutschland. Er erfand zahlreiche Spiele, führte z. B. 1896 das Basketballspiel in Deutschland ein und gab mehrere Regelhefte heraus.

August Hermann war nicht nur im Bereich des Sports aktiv, sondern veröffentlichte unter dem Titel „Erenst un Snack – en lüttjen Pack“ Gedichte in plattdeutscher Sprache. Gemeinsam mit dem Schriftsteller Wilhelm Raabe war er Mitglied der „Buerschaft von Kreyenfelde“, des Künstler-klubs „Feuchter Pinsel“ und der geselligen Vereinigung der „Dreierklub“.
 
August Hermann starb am 20. Februar 1906 in Braunschweig.

Für die Förderung der Tafelrealisierung im Stadtraum danken die Projektpartner den New Yorker Phantoms Braunschweig.

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